Statuten

Die VAF-Stiftung, eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Frankfurt am Main, hat als wesentliches Ziel die Aufgabe, innovative Positionen aktueller italienischer Kunst zu fördern und in Deutschland durch Verleihung eines Preises, durch Ausstellungen sowie durch Publikationen öffentlich zu vermitteln.

Das Stiftungseigentum besteht im Kern aus einer qualitativ und quantitativ hochrangigen Sammlung italienischer Kunst des 20. wie auch des 21. Jahrhunderts, und es gehört nicht zuletzt zu den Anliegen der VAF-Stiftung, diese Sammlung durch weitere Ankäufe weiter auszubauen sowie sie durch Leihgaben an Museen in Deutschland und Italien öffentlich zu präsentieren.

Der Preis, den die VAF-Stiftung im Turnus von zwei Jahren verleiht, ist ein Förderpreis, der ehemals den Namen „Premio Agenore Fabbri“ trug, jetzt aber „Kunstpreis der VAFStiftung“ benannt ist.

Dieser Preis ist offen für alle gegenwärtigen bildnerischen Positionen und Ausdrucksmedien.

1. Teilnahmeberechtigungen

Teilnahmeberechtigt an der Vergabe des „Kunstpreises der VAF-Stiftung“ sind grundsätzlich und ausschließlich junge italienische Künstlerinnen und Künstler, die ein qualifiziertes Anforderungsprofil erfüllen. Die Auswahlkriterien sind daran orientiert, wie individuell, eigenständig, konzeptionell, innovativ, ästhetisch überzeugend, schöpferisch intelligent, inhaltlich relevant und entwicklungsfähig das jeweilige Werk einzuschätzen ist. Erwartet wird eine im Rahmen der italienischen wie internationalen Kunst besonders prägnanten und unterscheidbare Leistung sowie ein bemerkenswerter Beitrag zur aktuellen Kunstdiskussion. Die Altersgrenze beträgt 40 Jahre.

2. Preisgeld

Über die Vergabe des Kunstpreises der VAF-Stiftung wird seit 2003, wo er zum ersten Male und noch als Einzelpreis verliehen worden war, jeweils im Rahmen der zeitlich parallel dazu stattfindenden Kunstpreis-Ausstellung entschieden, wobei seit der 6. Folge der Ausstellungsserie im Jahre 2014 nach einer diesbezüglichen Änderungsentscheidung des Kuratoriums der Stiftung gilt, dass der Kunstpreis in Form von drei Einzelpreisen an jeweils drei Teilnehmer der Ausstellung vergeben wird. Der „Kunstpreis der VAF-Stiftung“ setzt sich demnach in Zukunft aus einem Hauptpreis und zwei Anerkennungspreisen zusammen, wobei die Prämie für den ersten Preis auf Euro 15.000,00 festgesetzt ist und die Summen für die zwei anderen Preise jeweils Euro 5.000,00 betragen. Diese Beträge werden den Prämierten zusammen mit den Preisurkunden als Schecks oder in bar in einem öffentlichen Festakt übergeben. Diese Zeremonie erfolgt in der Regel während einer der Eröffnungsfeiern der zeitgleichen VAF-Kunstpreis-Ausstellung, wobei prinzipiell die jeweilige italienische Station der Ausstellung als Ort der Verleihung den Vorzug hat. Der Empfang des Preisgeldes ist für die Prämierten mit keiner weitergehenden Auflage verbunden, allein für die Stiftung ist die Vergabe des Preises ein Anlass, von den gekürten Künstlerinnen und Künstlern repräsentative Werke für den Ausbau der VAF-Kunstsammlung zu erwerben.
Paare, die gemeinsam ein Kunstwerk hervorbringen, oder auch Gruppen, die im Kollektiv ihre Arbeiten realisieren, können zusammen als wären sie eine Person mit einem Preis bedacht werden.

3. Auswahlverfahren

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Auswahl- und Vergabeverfahren bzw. an einer Wettbewerbsausstellung zum „Kunstpreis der VAF-Stiftung“ werden durch eine Vorauswahl – die von professionellen Experten vorgenommen wird – ermittelt, deren Ergebnis eine Teilnehmerzahl sein soll, die in der Regel aus einer Anzahl von 15 bis 16 Kandidatinnen und Kandidaten besteht. Eine Bewerbung ist nicht möglich. Der Vorstand legt die Namensliste und das Material dem Kuratorium der VAF-Stiftung vor, dieses sichtet die Vorschläge und hat die Möglichkeit, eine nochmalige kritische Auswahl vorzunehmen bzw. weitere eigene Vorschläge einzubringen. Das Ergebnis dieser definitiven Entscheidung des Kuratoriums wird den ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern vom Vorstand schriftlich mitgeteilt, gleichzeitig werden diese befragt, ob sie einer Teilnahme an einer Wettbewerbsausstellung zustimmen und ob sie Werke zur Verfügung stellen werden.

4. Ausstellungs- und Katalogvorbereitung

Die Kandidatinnen bzw. Kandidaten, die sich an der Wettbewerbsausstellung beteiligen, haben zunächst die Möglichkeit, selbst Vorschläge für Exponate aus ihrer aktuellen Arbeit einzureichen und diese zusammen mit einem aktuellen Fotoporträt an den Vorstand der VAF-Stiftung zu schicken. In der Regel wird aber eine letztgültige Entscheidung nach einem Atelierbesuch von Vertretern der VAF-Stiftung bei den eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern erfolgen. Zur Ausstellung wird, wenn möglich, ein anspruchsvoller Katalog herausgebracht werden, für dessen Text- und Abbildungsteil die Ausstellenden die entsprechenden personellen Informationen und Bildvorlagen liefern sollen.

5. Ausstellung

In einer darauf folgenden Ausstellungstournee, für deren Präsentation jeweils wechselnd ein Museum, ein Ausstellungsinstitut oder ein Kunstverein in Deutschland und in Italien gewonnen werden soll, werden die Arbeiten der Kandidatinnen und Kandidaten öffentlich vorgestellt und zum Zwecke einer Jurierung präsentiert. Die Organisation, die Transportvorgänge, die Versicherung und Einrichtung der Ausstellung ist Aufgabe der VAF-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem jeweils beteiligten Kunstinstitut. Zur Ausstellung lädt die VAF-Stiftung gemeinsam mit dem Ausstellungsinstitut ein.

6. Jury

In der Ausstellung trifft eine Jury anhand der präsentierten Arbeiten die Entscheidung zur Vergabe des „Kunstpreises der VAF-Stiftung“. Die Jury besteht in der Regel aus dem Kuratorium und aus dem Vorstand der VAF-Stiftung sowie fakultativ aus Mitgliedern, die das ausstellende Institut vertreten. Die Jury sollte insgesamt aus nicht mehr als sechs bis sieben Personen bestehen, wobei der Präsident hinzugewählt werden kann. Die anwesenden Jurymitglieder wählen aus ihrer Mitte eine / n Vorsitzende / n, diese / r leitet das Entscheidungs- und Abstimmungsverfahren. Der Preis wird der Kandidatin bzw. dem Kandidaten zuteil, der / die eine Stimmenmehrheit von mindestens einer Stimme über der Hälfte der Anzahl der Jurymitglieder auf sich vereint, bei Stimmengleichheit entscheidet das Votum der / des jeweiligen Juryvorsitzenden.

7. Preisverleihung

Das Ergebnis der Jurierung wird der Gewinnerin bzw. dem Gewinner unmittelbar vom Vorstand mitgeteilt zusammen mit der Einladung zur Teilnahme an der Zeremonie der Preisverleihung, die unter Beteiligung der Öffentlichkeit und der Presse stattfindet. Die Feier der Preisverleihung sollte möglichst noch im Zeitraum der Wettbewerbsausstellung stattfinden, nur in Ausnahmefällen ist auch eine spätere separate Zeremonie möglich. Das Programm der Preisverleihung beinhaltet eine Einführungsansprache des Vorstands oder eines Mitglieds des Kuratoriums, eine Laudatio einer ausgewiesenen Persönlichkeit des künstlerisch-kulturellen Lebens sowie die Übergabe der Preisurkunde einschließlich eines Schecks in Höhe des Preisgeldes. Über ein Rahmenprogramm wird von Fall zu Fall entschieden.