Veronica Botticelli, Rom

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Profil Veronica Botticelli

Die Gemälde von Veronica Botticelli sehen – auf den ersten Blick – nicht aufwändig aus: Das Motiv ist leicht erkennbar, das Kolorit ist auf wenige Farben reduziert und auch die Malweise selbst erhebt nicht den Anspruch auf jene Präzision und Detailgenauigkeit, wie dies beispielsweise den Gemälden des Fotografischen Realismus eigen ist. Was ist es aber dann, was uns beim Anblick der Werke von Veronica Botticelli so stark in den Bann zieht, dass man kaum die Augen von diesen mächtigen und magischen Bildern lassen kann? 

Zunächst einmal sind sicherlich die Dimensionen dieser Gemälde unmittelbar beeindruckend. Sie füllen selbst große Wände ohne weiteres aus, so dass es schwer fällt, einen zum Wahrnehmen des Motivs geeigneten Abstand einzuhalten. Man wird förmlich vom Sog des Bildes erfasst und man wird zum Protagonisten einer von der Künstlerin geschaffenen Szenerie. In dem Werk „16, 26“ aus dem Jahre 2008 ist es so, als ob man als Betrachter auf einer Bühne stehen würde, von wo aus man in den Zuschauerraum blickt. Die roten Samtstühle, die man dort erkennt, sind – noch oder schon wieder – leer, wodurch die Deutung freigestellt ist, ob die Vorstellung, in welcher der Betrachter selbst als Darsteller agiert, erst beginnen wird oder aber bereits beendet ist. Welche Reaktion ist hier gefordert, muss man sich sammeln und sich konzentrieren auf das Spiel, das gleich beginnen wird, oder ist es eher so, dass der Schlussapplaus schon verebbt ist, dass die Zuschauer das Theater verlassen haben und dass der Vorhang sich vor unseren Augen schließen wird? Bei der Entscheidung darüber, welche Situation im Moment der Anschauung wohl die richtige sein könnte, erfährt der Betrachter immer auch etwas über sich selbst.

Norbert Nobis

Lebenslauf

Veronica Botticelli wurde am 6. Februar 1979 in Rom geboren. Sie absolvierte ein Kunststudium an der Akademie der Schönen Künste in Rom, wo sie lebt und arbeitet.

Kunstwerke

Veronica Botticelli 16 26

16, 26, 2008

Technik/Details:

Mischtechnik auf 2 MDF-Platten
Grösse: 185 × 280 cm

Veronica Botticelli Non ho potuto

Non ho potuto fare nulla (Ich konnte nichts tun), 2011

Technik/Details:

Mischtechnik auf Leinwand
Grösse: 290 × 416 cm

Ausgewählte Einzelausstellungen

2006 Ateliers d‘Artista, Fondazione Pastificio Cerere e Biblioteca Villa Mercede, Roma

2010 Un quadro nel teatro, Galleria l‘Attico di Fabio Sargentini, Roma

2011 16,26 – Tutto quello che volevo dire, Closet, Roma

Ausgewählte Gruppenausstellungen

2004 Cortilarte, New Poet New Art, Casa delle Letterature, Roma

2005 547 S / ago / me, Traforo Umberto I, Roma

2006 Sottovetro, Galleria Esedra, Roma

2007 Campagna abbonamenti, Teatro Ambra Jovinelli, Roma

2007 Detour – the moleskine city notebook, London

2008 Falce e martello, simboli di ferro, Museo Sperimentale d‘Arte Contemporanea dell‘Aquila

2009 Sursum corda, Interno ventidue arte contemporanea, Roma

2010 Che cento fiori sboccino, La Nuova Pesa Centro d‘arte contemporanea, Roma

Preise

2006 Primo Premio, L‘altra metà del lavoro, Palazzo della Cancelleria, Roma

2006Premio Vasto, Vertigini – il fantastico oggettuale, Palazzo d‘Avalos, Vasto