Premio Agenore Fabbri 2009 / 2010

Die Ausstellung und der Kunstpreis des Jahres 2009 kamen erst im Jahre 2010 zur Ausführung, was auf organisatorische Gründe zurückzuführen war, und außerdem trug der Kunstpreis in dieser, der 4. Folge, letztmalig noch die Bezeichnung „Premio Agenore Fabbri“.

 Impressionen zum Premio Agenore Fabbri 2009 / 2010

Der Gewinner

2009 winner

Als Preisträger dieser 4. Vergabe des „Premio Agenore Fabbri“ wurde nach der Entscheidung der Jury der Objekt- und Installationskünstler Hubert Kostner aus Kastelruth (Bozen) bestimmt, er überzeugte durch Arbeiten, die nicht nur durch ihre geistreiche künstlerische Erfindung eine originäre gestalterische Kraft bekunden, sondern die auch in ihrer inhaltlichen und kritischen Durchdringung von Fragen des Lebens, der Gesellschaft wie der Ökologie eine scharfsinnige konzeptionelle Intelligenz erkennen lassen. Ausschlaggebend war für die Jury die Installation „Lost & Found“ von 2007 – 2008, in der durch die anwesenden Dinge eine Geschichte erzählt wird und in welcher der Künstler durch eine Akkumulation von verlorenen Schlüsseln, die er tatsächlich als Realien in Fundbüros eingesammelt hatte, eine Paraphrase gestaltet, in der es um das Problem des Verlusts eines Schlüssels geht, den man vor einer Haustüre bemerkt. Diesem Thema verleiht er gerade dadurch eine ironische Zuspitzung ins Absurde, weil infolge einer Überfülle von Schlüsseln gerade das Gegenteil einer Lösung bewirkt ist, vielmehr wird die Hilflosigkeit in dieser verflixten Lage, in der man ausgesperrt ist, angesichts eines chaotischen Haufens unzähliger greifbarer Schlüssel noch gesteigert. Zu dieser Aufschüttung von Schlüsseln gehört in der Installation noch eine Türe mit Türrahmen in Miniaturformat, die eine exakte Nachbildung der Türe seines Elternhauses ist.

Ausstellungskatalog

Auch zu dieser Ausstellung erschien wieder ein informativer und in aufwendiger typografischer Optik hergestellter Katalog in festem Einband und einem Umfang von 172 Seiten. Zahlreiche interpretierende Textbeiträge in deutscher und italienischer Sprache führten in die Kunst und in das kreative Denken der einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein, wobei die Werke auch durch zahlreiche farbige Abbildungen vermittelt wurden. Er wurde bei Silvana Editoriale in Cinisello (Mailand) gedruckt und verlegt.

Die Ausstellungsorte


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Museo della Permanente
Milano

Kiel

Stadtgalerie
Kiel
27. März 2010  bis 30. Mai 2010


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Künstlerhaus
Graz

Die Teilnehmer

Gabriele Arruzzo

Gabriele Arruzzo ist ein Maler, dessen Gemälde sich durch einen sehr eigenwilligen und formal signifikanten Modus der figurativen Darstellung sowie durch eine szenographische Regieführung auszeichnen, in welcher der Künstler die Mitwirkenden und die sonstigen bildnerischen Elemente in seinen irrealen Bildgeschichten meist in Situationen auftreten lässt, die teils myst...

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Antonella Bersani

Grundprinzipien in den künstlerischen Intentionen von Antonella Bersani sind, wie sie selbst in einem Statement bekannte, die „Deklinationen von Kraftlinien“, wozu nach ihrer Definition „die Expansion von organischen Formen“ ebenso zählt, wie dessen Gegenteil, die „ursprüngliche Kontraktion von Körpern, welche die Form einer Vulva haben“, und die für sie das „Zentrum ...

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Andrea Buglisi

Eschatologie der Dinge Die Welt der letzten Jahrzehnte wird zunehmend beherrscht von einer global agierenden Verpackungsindustrie. Diese Verpackungen dienen nicht nur dem Transport, sondern zunehmend auch zum Verstecken der Geheimnisse ihrer Inhalte. Die berühmte „black box“ der Soziologen entschlüsselt für den Käufer nicht die Inhalte. Sie kaschiert diese. Der Käufer...

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Stefano Cagol

Stefano Cagol ist in erster Linie ein Ideenkünstler, denn am Beginn von allen seinen engagierten Projekten und seinen künstlerischen Realisierungen steht bei ihm immer ein kreativer Findungsprozess, eine gedankliche Schaffensphase, in welcher er die inhaltliche Konzeption eines bestimmten Themas ebenso überlegt kalkuliert wie auch die Art der visuellen Konkretisierung...

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Francesco Carone

Die Objekte und Installationen von Francesco Carone erscheinen oft auf den ersten Blick wie perfekt ausgeführte Anschauungsmodelle oder wie didaktische Lehrbeispiele, die einen wissenschaftlichen Hintergrund nahe legen und die vom Betrachter gelesen und entschlüsselt werden wollen. Derjenige, der dies versucht, findet jedoch nicht lineare und eindeutig zu erklärende I...

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Elisabeth Hölzl

Elisabeth Hölzl ist in den 90er Jahren mit sensiblen, oft ephemeren Installationen an die Öffentlichkeit getreten, bei denen das Mit- und Ineinander unterschiedlicher Materialien im Raum eine wichtige Rolle gespielt hat. Heute arbeitet sie immer noch mit Räumen, nur dass sie diese fotographisch festhält. Dabei geht es gleichfalls um deren materielle Beschaffenheit und...

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Giovanni Iudice

Das Qualitätsmerkmal, das die Kunst von Giovanni Iudice schon beim ersten Augenschein am auffälligsten kennzeichnet, ist eine packende Wirklichkeitstreue, durch die seine figurativen Motive eine derart authentische naturalistische Präsenz gewinnen, dass ihnen eine unvergleichlich eindrucksvolle empirische Glaubwürdigkeit zugesprochen werden muss. Dazu ist dem sizilian...

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Hubert Kostner

Unter dem ironischen Titel Posta prioritaria (Expresszustellung) präsentieren sich mehrere jeweils in einen Holzblock geschnittene und nachher gelb lackierte Landschaften. Das traditionelle Sujet einer nach Postkartenmanier wiedergegebenen heroischen Landschaft und die Technik der lokalen Madonnenschnitzer kontrastieren mit dem einheitlich gelb lackierten Block, der (...

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Dacia Manto

Dacia Manto ist eine Zeichnerin und eine Installationskünstlerin, deren gestalterischer Aktionsradius sich bevorzugt in räumliche Dimensionen erstreckt, wobei sie sich oft auch selbst als Performerin in fantastischer Kostümierung wie ein blonder Engel oder wie eine märchenhafte Zauberfee mit einbringt. Was als erstes bei einem Überblick über ihre Arbeiten auffällt, is...

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Andrea Martinelli

Geboren in Prato 1965, lebt und arbeitet in Prato. Martinelli ist ein Maler, der eine außergewöhnliche Fähigkeit der veristischen und positivistischen Darstellung seiner Sujets-meist sind es Personen- besitzt. Dabei ist er aber kein Fotorealist, denn eine Fotografie könnte niemals jene ungemein präzise Schärfe der Zeichnung und jene exakte Herausarbeitung aller Detai...

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Stefania Romano

Geboren in Palermo 1975, lebt und arbeitet in Palermo. Romano allein wegen des fotografischen Charakters ihrer Werke als Fotografirr zu bezeichnen, wäre eine falsche Etikettierung, denn sie arbeitet zwar sie mit den Mitteln und Methoden der Fototechnik, d.h. sie macht Aufnahmen mit einer Kamera und sie stellt im Labor davon (farbige) Abzüge auf Fotopapier her, jedoch ...

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Fabrizio Sacchetti

Geboren in Peseara 1969, lebt und arbeitet in Peseara. Sacchetti setzt für seine bildnerischen Intentionen bevorzugt den eigenen Körper, die eigene habituelle Erscheinung, die eigene Physiognomie ein , um seine Botschaften zu vermitteln, die im Ergebnis in Form von Fotografien oder von Videoaufnahmen realisiert sind. "Sacchetti operiert mit Gesten, Zeichen und Farben...

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Peter Senoner

Geboren in Bozen 1970, lebt und arbeitet in Albions bei Klausen. Senonerist von seinen Ursprüngen her ein Bildhauer oder besser gesagt ein Holzbildhauer, der in den soliden traditionellen Handwerkstechniken der Holzbildhauerei ausgebildet wurde, die im südtiroler Grödner Tal bis heute lebendig sind und aus denen sich in den vergangeneo Jahren eine Gruppe junger Skulp...

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Davide Tranchina

Geboren in Bologna 1972, lebt und arbeitet in Bologna. Tranchina ist ein Fotograf, dessen Arbeitsplatz die Strassen von Städten sind, in denen er sich wie ein Abenteurer auf einer Expeditionsreise im Auto fortbewegt, um unterwegs das Gelände zu erkunden und um mit der Kamera die Objekte seiner Forschungsinteressen aufzuzeichnen. Dies begann 1998 mit einem künstlerisch...

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Devis Venturelli

Geboren in Faenza 1974, lebt und arbeitet in Mailand. Venturelli ist ein Künstler, dessen Medium die Videotechnik ist, wobei er allerdings die Situationen und Objekte, die er mit der Videokamera festhält, entweder gestalterisch einer verfremdenden Modifukation unterzieht oder aber in Form einer bewegten Aktion realisiert. Dabei spielt der städtischen Raum eine entsche...

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