34.  Arte Sofisticata

Ironien, Satiren, Paraphrasen, Persiflagen, Paradoxien, Manierismen, Absurditäten, Witz und Komik.

Die Elemente der Ironie, der Verfremdung, der Sinnverdrehung und der doppeldeutigen Aussagen waren schon immer Instrumente der intellektuellen Herausforderung, der gedanklichen Analyse und der Aufklärung, sie wurden seit der Antike in der Rhetorik, in der Literatur wie in philosophischen Diskursen eingesetzt und sie dienten nicht zuletzt dem Ziel, über das Erkennen von Fehlschlüssen und von Widersprüchen (wie bei Sokrates) zur Wahrheit zu gelangen. Oft wird dabei etwas ausgesagt, das gerade das Gegenteil des Gemeinten bedeutet, wobei dies mit Spott und Polemik, mit Parodie und Travestie einhergehen kann. Ironie und Satire sowie gezielte Irreführungen durch verbale oder bildnerische Paradoxien sind in auffälliger Weise auch in der zeitgenössischen italienischen Kunst verbreitet, wo sie sich zu einer regelrechten eigenen Kunstsprache mit meist kritischem Impetus entwickelt haben.