16.  Forma Uno

Formalistische Prinzipien reiner Abstraktion auf der Basis einer dennoch  marxistisch orientierten politischen  Gesinnung. Diese Gruppierung, die sich 1946 zusammenfand und in der Carla Accardi, Ugo Attardi, Pietro Consagra, Piero Dorazio, Mino Guerrini, Achille Perilli, Antonio Sanfilippo und Giulio Turcato mitwirkten, trat am 1. April 1947 mit einem Manifest in die Öffentlichkeit, in dem sie sich programmatisch zur Abstraktion als der einzig zeitadäquaten und aktuellen Bildsprache nach dem Ende der Epoche des Faschismus bekannte. Trotz dieses Bekenntnisses zur nonfigurativen gegenstandsfreien Gestaltung von Gemälden oder Skulpturen, traten die Mitglieder aber auch für eine politische Unterstützung der kommunistischen Idee ein, wodurch sie den Widerspruch der kommunistischen Parteileitung hervorriefen, die am Dogma einer realistischen Kunstauffassung festhielten. 1948 stellte sich die Gruppe „Forma Uno“, die auch eine Zeitschrift gleichen Namens herausgab, auf der Biennale von Venedig vor, ein Jahr darauf, 1949, löste sich diese Vereinigung schließlich wieder auf.