4.  Divisionismus

Vom „Pointilismus“ eines Georges Seurat oder Paul Signac abgeleitete Manier der Malerei, bei der ausgehend von Erkenntnissen der Physiologie des Sehens eine Farbpalette  zum Einsatz kommt, bei der ausschließlich ungemischte Grundfarben des Spektrums in reiner Form Verwendung finden. Die einzelnen Farben werden dabei in Form von einzelnen Punkten oder kurzen Strichen auf die Leinwand gebracht, wobei die jeweiligen Anteile der einzelnen Farbpartikel innerhalb der Verteilung der Farbpunkte in einem korrelierend angelegten Verbund so bemessen sind, dass sie zuletzt in der optischen Wahrnehmung zusammen mit den ihnen jeweils benachbarten Farben als eine Mischfarbe gesehen werden. Der sogenannte „Divisionismus“, bei dem mit derselben Technik der spektralen Farbzerlegung und des punktuellen Farbauftrags, aber mit stärkerer Beachtung der energetischen Wirkungen eines komplementär zueinander in Bezug stehenden Kolorits, gearbeitet wird, begründete insbesondere in Italien eine nachhaltige malerische Tradition, die ausschlaggebend für die Theorie und Praxis der Malerei des „Futurismus“ wurde. Dabei spielte die Eliminierung der stofflich kompakten Materie, deren Zersetzung schon durch die Auflösung des zuvor homogen aufgetragenen Kolorits in eine punktuelle Rasterung erreicht wird, und die Vorstellung von den vibrierenden Energien, die man in den Farbpunkten gespeichert sah, eine wichtige Rolle.