Premio Agenore Fabbri 2009 - Aktuelle Positionen italienischer Kunst

Mit der 4. Folge der Ausstellungen zum Premio Agenore Fabbri, der nach regulärer Zählung eigentlich für 2009 zu terminieren ist, dessen Ausstellungsteil und dessen Vergabe aber zeitlich verschoben erst 2010 durchgeführt wird, setzt die VAF-Stiftung ihr beispielhaftes Engagement auf dem Gebiet der Förderung junger italienischer Kunst uneingeschränkt fort und sie belegt damit auch ihren Willen, sich für die Erfüllung dieses zentralen Punktes ihres Stiftungsprogramms auch weiterhin nachhaltig mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln sowie mit dem erforderlichen finanziellen wie auch organisatorischen Aufwand einzusetzen. Gerade in dieser Hinsicht ist schon das Vorgehen der VAF-Stiftung bei der Realisierung ihrer ambitionierten Initiative durch einige Besonderheiten ausgezeichnet, die sich von dem, was ansonsten bei Auslobungen von Kunstpreisen Standard ist, signifikant unterscheiden und die darin bestehen, dass die VAF-Stiftung den ausgewählten Kandidatinnen und Kandidaten nicht als eine anonyme Institution gegenübertreten will, sondern dass sie bereits zu Beginn der Vorbereitungen zu ihren Ausstellungen auf den persönlichen Kontakt zu den Beteiligten größten Wert legt. Dies sieht in der Praxis so aus, dass nach einem ersten Schritt, bei dem das Kuratorium der Stiftung zunächst eine Vorauswahl möglicher Teilnehmer trifft, in einem zweiten Schritt ein umfangreiches Besuchsprogramm in allen Regionen Italiens – von Bozen bis Palermo – absolviert wird, in dessen Verlauf der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums und der Stiftungspräsident, meist begleitet von einem der Mitglieder des wissenschaftlichen Kuratoriums, sich vor Ort in den Ateliers ein Bild von der Persönlichkeit wie auch von der Arbeit der jeweiligen Künstlerinnen und Künstler machen. Beachtlich ist dabei zunächst auch die Anzahl der Adressen, die insgesamt bei den einzelnen Tourenabschnitten, die für eine Ausstellung durchzuführen sind, angefahren werden, denn diese summiert sich auf sage und schreibe etwa 100 Stationen. Dass diese Menge nicht in einer einzigen Rundreise bewältigt werden kann, liegt auf der Hand, und von daher empfiehlt sich das gängige und  erprobte Prinzip, das Besuchsprogramm in mehrere Abschnitte aufzuteilen, was im Bezug auf die Vorbereitungen zur vierten Ausstellung zum Premio Agenore Fabbri heißt, dass aufgegliedert in getrennte Etappen verschiedene Studios in den Städten Mailand, Udine, Padua, Genua, Bologna, Prato, Florenz, Rom, Palermo, Trient und Bozen besucht wurden, wobei ausgehend von diesen Zentren noch viele zusätzliche Besuchstermine in den jeweils umliegenden Regionen wahrgenommen wurden. Als ein wichtiger Aspekt galt es dabei auch, die Expeditionen in Provinzen auszudehnen, die bisher bei den vorhergehenden Ausstellungen noch keine Berücksichtigung gefunden hatten, und dies waren als neu hinzugekommene insbesondere das Trentino und Südtirol, wo es eine äußerst schöpferische, innovative und höchst interessante Kunstszene zu entdecken gab, die nicht nur in Hauptorten wie Bozen, Meran, Klausen oder Kastelruth angesiedelt ist, sondern die zum Teil selbst in den entferntesten Winkeln des Grödener Tals,  Prof Dr. Eva di Stefano und assistiert von Frau Dr. Marina Giordano konzentrierten sich dabei die Bemühungen bald auf das Angebot von Frau Dr. Antonella Purpura, der Direktorin der Galleria Comunale d’Arte Moderna in Palermo, die eine Ausstellungsgelegenheit im Palazzo Ziino in Aussicht stellte, einem historischen Gebäude im Zentrum der Stadt, dessen Räume als Galerie ausgebaut wurden, in der auch eine moderne licht- und ausstellungstechnische Ausstattung eine optimale Präsentation ermöglicht. Die von Frau Dr. Purpura in einem sehr kooperativen Verhandlungsklima mündlich gegebene Absichtserklärung erhielt bald darauf durch ein offizielles Schreiben der Stadt Palermo den Status einer förmlichen Zusage, was für die Stiftung gleichfalls ein höchst erfreuliches Ergebnis war. So befriedigend diese angenehmen und erfolgreichen Begegnungen auch sind, so drängen sich doch auch beim Schreiben des Resümees einer Ausstellungsvorbereitung auch negative Erfahrungen ins Gedächtnis, die vor allem im Bezug auf Kooperationen darin bestehen, dass bereits definitiv erteilte Zusagen für eine Übernahme der Premio- Ausstellung bedenkenlos mitten in den laufenden Arbeiten gebrochen werden, was insbesondere deshalb negativ ins Gewicht fällt, weil man im Vertrauen auf die Haltbarkeit der in bestem Einvernehmen vereinbarten Zusammenarbeit keine weiteren alternativen Übernahmeverhandlungen mit anderen Partnern eingeleitet hat und so in die ärgerliche Lage kommt, dass man den kompletten Wegfall einer schon fest eingeplanten Ausstellungsstation in Kauf nehmen muss. Was aber jetzt die Fortsetzung der Konkretisierung des in Gang befindlichen Ausstellungsvorhabens anbetrifft, stellt sich schließlich als eine ganz entscheidend wichtige Aufgabe die Erstellung des Katalogs, der von der VAF-Stiftung – wie schon bei den Katalogen in den Jahren zuvor – auch im Rahmen der vierten Ausstellung mit einem hohem Anspruch produziert wird, wobei man sowohl auf die inhaltliche Qualität größten Wert legt als auch auf das Design der buchgrafischen Ausstattung. Jede Teilnehmerin, jeder Teilnehmer wird mit einem ausführlichen interpretatorischen Statement vorgestellt, das durch biografische Informationen, durch ein fotografisches Porträt und durch Ausstellungsverzeichnisse ergänzt ist. Danach folgen einige Bildseiten, auf denen die in die Ausstellung integrierten Werke in möglichst großformatiger Wiedergabe und in Farbe in bester Druckqualität abgebildet sind. Teilweise ist den abgebildeten Arbeiten neben der Bildlegende auch noch ein zusätzlicher erklärender Kommentar an die Seite gestellt. Die technische Realisierung des Katalogs liegt wieder in den Händen der Mitarbeiter des Verlags Silvana Editoriale in Mailand, den Druck besorgt erneut die renommierte Druckerei Amilcare Pizzi. Eine Unternehmung wie die Ausstellung zum Premio Agenore Fabbri stellt jedes Mal erneut hohe Anforderungen an alle, die an der Planung und an der Organisation beteiligt sind und von daher ist zunächst all denen zu danken, die innerhalb der VAF-Stiftung sowie auch außerhalb mit geholfen haben, dass das Vorhaben wieder bewältigt werden konnte. Namentlich ist hier mit dem Ausdruck des Dankes Frau Dr. Daniela Ferrari vom Museo di Arte Moderna e Contemporanea  di Trento e Rovereto zu nennen, denn in ihren Händen lag gleich zu Beginn die administrative Aufgabe, die notwendigen Informations- und Bildmaterialien sowie für den Katalog relevante Dokumente bei den ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern zu besorgen. In derselben Funktion assistierte auch Frau Corina Mes der Speditionsfirma Liguigli Fine Arts Services in Lodi und für ihren Beitrag ist auch ihr zu danken, denn sie hat gleichfalls – vor allem in der Abschlussphase der inhaltlichen Ausarbeitung des Katalogs – wichtige noch fehlende Angaben zu den Exponaten eingeholt und an den Redakteur des Katalogs weitergeleitet. Vor allem während der Besuchstour in Palermo boten wieder – wie schon beim 3. Premio – Frau Prof. Dr. Eva di Stefano und Frau Dr. Marina Giordano eine mehr als wertvolle Unterstützung, denn ohne ihre Hilfe wäre es kaum möglich gewesen, die Kontakte zur lokalen Kunstszene sowie auch zu den Verantwortlichen im städtischen Kunstbetrieb zu finden und deshalb ist an sie ein ganz ausdrücklicher Dank zu richten. In diesen Dank sind schließlich noch die stets liebenswürdigen und informierten jungen Begleiterinnen Frau Giulia Scalia und Frau Giulia Ingarao einzuschließen. Dies führt unmittelbar zu Frau Dr. Antonella Purpura, der Direktorin des Museo Sant’Anna, der Galleria Civica d’Arte Moderna in Palermo, denn mit ihr konnte im Anschluss an ein sehr harmonisches Treffen eine Kooperationsvereinbarung getroffen werden, für deren Zustandekommen ihr von Seiten der VAF-Stiftung ein ganz besonderer Dank entgegenzubringen ist. Dazu ist auch den führenden Stadtpolitikern von Palermo, dem Bürgermeister Diego Cammarata und dem Kulturdezernenten Giampiero Cannella, für ihre freundliche Zustimmung zu der Ausstellung Dank zu sagen. Nicht weniger ist Herrn Wolfgang Zeigerer, dem Direktor der Stadtgalerie in Kiel, dafür zu danken, dass er sich entschlossen hat, die Ausstellung der VAF-Stiftung auch 2010 in seinem Haus zu präsentieren, nachdem er auch schon die letzte Folge dieser Ausstellungsreihe im Jahre 2008 in sein Programm aufgenommen hatte, und dieser Dank bezieht sich auch auf den in diesem Fall ganz besonders kollegialen, verlässlichen und persönlich sympathischen Stil der Kooperation. Dankend erwähnt werden muss dabei aber auch die Assistenz von Herrn Dr. Peter Kruska und Herrn Bernd Bader. Im Bezug auf die Ausstellung in der Stadtgalerie in Kiel ist Frau Dr. Renata Sperandio, der Leiterin des Italienischen Kulturinstituts in Hamburg, zu danken, denn sie hat das Projekt sowohl finanziell als auch publizistisch unterstützt. Möge also der 4. Folge des Premio Agenore Fabbri ein erfolgreicher Verlauf und die gebührende Aufmerksamkeit beschieden sein und möge der 5. Folge, die für 2011 terminiert ist, eine ebenso gelungene Durchführung beschieden sein, wie dies schon bei den vergangenen Premio- Veranstaltungen der VAF-Stiftung der Fall war.

Klaus Wolbert Präsident der VAF-Stiftung zur Förderung der italienischen Kunst der Gegenwart

Buchinformationen
Titel Premio Agenore Fabbri 2009
Untertitel Aktuelle Positionen italienischer Kunst
Jahr 2009
Herausgeber Klaus Wolbert
Verlag Silvana Editoriale
Band 0
ISBN 9788836616404