Zappetini - In Kategorien der Malerei denken

„Denken in Kategorien der Malerei“, das ist der Leitsatz, an dem sich Gianfranco Zappettini in jeder Phase seines künstlerischen Schaffens orientiert hat, von den Anfängen in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts bis zur Jetztzeit, in der er noch immer in höchstem Maße kreativ und produktiv ist. Der am 16. Juni 1939 in Genua geborene Maler hebt mit seiner Aussage zwei Aspekte hervor, die für ihn und für seine Arbeit charakteristisch waren und sind: Einerseits akzentuiert er das „Denken“ und andererseits verweist er auf „malerische Kategorien“, was zuletzt den Schluß zuläßt, daß er ein Künstler ist, für den ein rationales Vorgehen ebenso wichtig ist wie die Konzentration auf die Grundbedingungen dessen, was Malerei streng genommen bedeutet, wenn man sie begrifflich wie auch praktisch auf die Elemente zurückführt, die ihr wesentlich sind.
Genau dies ist der Punkt, an dem Zappettini mit seinen Überlegungen wie auch mit seiner Arbeitsmethode ansetzte, immer ging es ihm um reine Malerei sowie um ein Verständnis des malerischen Ergebnisses, das jede Frage nach einem Inhalt und nach einem Bezug zur realen Welt ausschloß. Wichtig war und ist vor allem der ästhetische Eigenwert der Malerei, der Selbstausdruck der malerischen Mittel sowie eine immanente Ordnung und Ruhe, die das Bild quasi zu einer eigengesetzlichen Monade werden läßt.
Zappettini, den man vor dem Hintergrund dieser Prämissen als einen Protagonisten der „Nuova pittura“, der „Pittura pittura“, der „Pittura pura“ und der „Pittura analitica“ bezeichnen darf, hat sich im Verlauf seiner langjährigen Werkentwicklung besonders streng und kompromisslos mit der Analyse des Malerischen und mit der Schaffung von Beispielen reiner Malerei beschäftigt, wobei er sich als einer der eigenständigsten und auch radikalsten Exponenten dieser Tendenz profiliert hat. Sein Werk, das in dieser Publikation als Band 5 der Schriftenreihe der VAF-Stiftung vorgestellt wird, führt auf einen derart anspruchsvollen und beispielhaften Parcours der absoluten Malerei, daß es berechtigt ist, diese Monografie zu Gianfranco Zappettini auch als eine kunstgeschichtliche Einführung in die Prinzipien der „Pittura analitica“ zu lesen.

Buchinformationen
Titel Zappetini
Untertitel In Kategorien der Malerei denken
Jahr 2007
Herausgeber Volker W. Feierabend
Verlag Silvana Editoriale
Band 5
ISBN 97888-3660988-8